Schlacht von Bey (Babeck) I Unabhängigkeitskriege
Die Schlacht von Beja (auch Schlacht von Babecka genannt) fand am 22. Februar 1919 während des Lettischen Unabhängigkeitskrieges in der Nähe des Pfarrhauses und der Pfarrschule von Beja in der Gemeinde Kolbergi zwischen Soldaten des finnischen Freiwilligenregiments „Nordjungen“ und der sowjetisch-lettischen Armee statt. Sie ist in der finnischen Geschichte als Teil der Alūksne-Operation (finnisch: Marienburgin operatsässa) bekannt.
Finnische Freiwillige befreiten zusammen mit dem Kuperjanov-Bataillon der estnischen Armee am 1. Februar 1919 Valka. Vor der Befreiung der Stadt lieferten sich die vereinigten finnisch-estnischen Streitkräfte in der Nähe des Guts Paju auf estnischem Gebiet schwere Kämpfe mit Einheiten der Lettischen Roten Schützen der sowjetischen Lettischen Armee. In diesen Gefechten starben 40 Finnen, 90 wurden verwundet. Am 31. Januar besetzten die Esten zusammen mit den finnischen Freiwilligen die Stadt Valka und drangen in lettisches Gebiet ein. Gemäß den Operationsplänen des estnischen Oberkommandos setzten estnische und finnische Einheiten ihre Offensive im Februar 1919 fort und erreichten die Linie Ainaži-Sedas-Ape-Irboska. Entgegen den Plänen und strategischen Vorgaben des Oberbefehlshabers der estnischen Armee, General Juhan Laidoner, nahm der Kommandeur der finnischen Freiwilligen, Hans Kalm (1889–1981), am 21. Februar Alūksne ein und verlor dabei drei Offiziere und 15 Soldaten. Am 22. Februar traf ein estnischer Panzerzug auf der Bahnstrecke Valka–Alūksne ein.
Am 22. Februar machten sich finnische Freiwillige aus Alūksne auf den Weg zur russischen Grenze, doch in der Nähe von Beja kam es zu einem Zusammenstoß mit Soldaten der Roten Armee. In der Schlacht von Beja fielen 10 finnische Soldaten: Ahola Lauri, Hillilä Erki, Kattainen Aatu, Kaakinen Paul, Kejonen Juho, Kuttinen Toivo, Murto Leo, Nieminen Vihtori, Schöneman – Soriola Eino, Eino Kenraali. Fast alle von ihnen sind auf dem Bruderfriedhof der finnischen Soldaten in Beja begraben.
Finnische Soldaten kehrten nach Alūksne zurück und nahmen am 24. Februar an der Parade zum ersten Jahrestag der Ausrufung der estnischen Unabhängigkeit teil, kehrten aber am 26. Februar nach Valka zurück.
Weitere Informationsquellen
Juris Tsiganov. Welskämpfe der „Northern Boys“ in Lettland. SARGS.LV, 10.01.2015: https://www.sargs.lv/lv/interwar-periods/2015-01-10/south-north-zenu-china-latvia#lastcomment
Finnischer Soldatenbrüderfriedhof in Bay: https://timenote.info/en/Finnish-soldiers-Brothers-Cemetery
Zugehörige Zeitleiste
Zugehörige Objekte
Gedenkstein für das finnische Freiwilligenregiment „Jungen des Nordens“
Befindet sich in Alūksne, in der Jāņkalna-Straße 52, in der Nähe des Schmalspurbahnhofs Alūksne.
Am 23. Februar 2019, zum hundertsten Jahrestag des Lettischen Unabhängigkeitskrieges, wurde auf Initiative des Vereins „Traditionen des Unabhängigkeitskampfes“ (Finnland) eine Gedenkstätte zu Ehren der finnischen Freiwilligen errichtet, die für die lettische Unabhängigkeit gefallen sind. Ein besonderer Gedenkstein und eine Informationstafel erinnern an die historischen Ereignisse. Der Gedenkstein wurde von der Salpa-Linie nach Alūksne gebracht, die von 1940 bis 1944 zum Schutz der finnischen Ostgrenze errichtet wurde. Die 1.200 km lange Salpa-Linie ist eine der bedeutendsten Verteidigungslinien des unabhängigen Finnlands und zugleich eines der stärksten und am besten erhaltenen Verteidigungsbauwerke dieser Art in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.
Der nach Alūksne gebrachte Stein symbolisiert den Kampf zweier Völker – der Finnen und der Letten – um ihre Unabhängigkeit. Das finnische Freiwilligenregiment „Jungen des Nordens“ eilte den Letten zu Hilfe, um die Freiheit des jungen lettischen Staates zu verteidigen. Am 21. Februar 1919 nahmen die „Jungen des Nordens“ an heftigen Kämpfen in der Nähe von Alūksne (Marienburg) teil. Nach fünfstündigem Gefecht nahe des Bahnhofs von Alūksne eroberten die Finnen die Stadt. In dieser Schlacht fielen 23 finnische Freiwillige, viele weitere wurden verwundet.
Zugehörige Geschichten
Schlacht des finnischen Freiwilligenregiments „Nordjungen“ in Beja
Am 23. Februar 1919 erreichte eine Aufklärungseinheit des finnischen Freiwilligenregiments „Jungen des Nordens“ in der Hoffnung auf zusätzliche Waffen und Munition die Schlucht der Beja-Schule, wo es zu einem Gefecht mit den Bolschewiki kam (Schlacht von Babecka). Zehn Soldaten des finnischen Regiments fielen in dieser Schlacht.