Unabhängigkeitsplatz in Biržai Gedenkstätte
Im Zentrum der Stadt Biržai.
Ein Ort des Gedenkens an die Kämpfe um die Freiheit und ein Zeuge der Erinnerungskriege.
1931 wurde auf dem ehemaligen Platz neben der Johanneskirche auf Initiative der örtlichen Gruppe des Litauischen Schützenverbandes ein Denkmal für die Gefallenen der litauischen Unabhängigkeit errichtet. Der Platz wurde als Unabhängigkeitsplatz bekannt, und die Einwohner von Biržai nannten das Denkmal selbst „Birute“ (zu Ehren der Großfürstin von Litauen). Der Platz wurde zu einem Ort für verschiedene Feierlichkeiten und Gedenkveranstaltungen. Blumen wurden am Denkmal niedergelegt, und Schützen oder Pfadfinder leisteten ihre Eide. Nach der sowjetischen Besetzung Litauens hatte das Denkmal kein langes Überleben – 1946 wurde es gesprengt und an Ort und Stelle vergraben. An der Stelle des Unabhängigkeitsdenkmals wurde ein Friedhof für sowjetische Soldaten angelegt.
1988 gruben die Einwohner von Biržai die Überreste des zerstörten Denkmals aus. 1990 wurde eine exakte Kopie errichtet, allerdings nicht mehr am ursprünglichen Standort, sondern weiter entfernt, neben dem Friedhof sowjetischer Soldaten. 2006/07 wurde das Denkmal restauriert und eine Gedenktafel mit den Namen von 60 gefallenen litauischen Freiwilligen, Soldaten, Partisanen und Schützen am Sockel angebracht. 2017 wurde neben dem Denkmal eine weitere Gedenktafel enthüllt – für die Ritter und Freiwilligen des Vytis-Kreuzes der Pfarrei Biržai, die in den Unabhängigkeitskämpfen von 1919/20 gefallen sind.
Im Jahr 2011 wurden Originalfragmente des ursprünglichen Denkmals herbeigebracht und neben der Kirche ausgestellt.
Der Platz wurde von 2005 bis 2010 rekonstruiert. Man geht davon aus, dass er im 16. und 17. Jahrhundert ein unbebautes Feld zwischen dem Burggraben und den Parzellen der Stadtbevölkerung war. Später wurde das Gebiet parzelliert. Bei der Rekonstruktion des Platzes sollten diese historischen Entwicklungen widergespiegelt werden: Schmale, diagonale Linien, die an Kanonenkugeln erinnern, verbinden den Platz symbolisch mit der Burg, und die breiteren Wege, die den Platz durchqueren, entsprechen in etwa den Grenzen der späteren Parzellen der Stadtbevölkerung.
Im Jahr 2021 wurde der Platz offiziell in Unabhängigkeitsplatz umbenannt. Er ist nach wie vor die Ruhestätte sowjetischer Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg, gekennzeichnet durch einen Obelisken und Gedenktafeln. Man geht davon aus, dass hier auch Soldaten und Spione der NKWD-MWD-MGB-Einheiten begraben liegen, die zwischen 1945 und 1954 in Kämpfen mit Partisanen in der Region Biržai gefallen sind.
Verwendete Quellen und Referenzen:
"Grabstätte sowjetischer Soldaten des Zweiten Weltkriegs", in: Register der Kulturgüter, online verfügbar unter: https://kvr.kpd.lt/#/static-heritage-detail/742a6ed5-0143-42b2-9c9e-a6a0dc7a01b1 .
Juozas Banionis, „Biržai, Vytautas St. Monument to Those Who Died for Lithuanian Freedom“, in: Monuments of the Victims, Vilnius: Science and Encyclopedia Publishing House, 1994, S. 19–20.
"Unabhängigkeitsplatz", in: Biržai Tourismus- und Wirtschaftsinformationszentrum, online verfügbar unter: https://www.visitbirzai.lt/nepriklausomybes-aikste .
"Denkmal für diejenigen, die für die Unabhängigkeit Litauens starben", in: Register der Kulturgüter, online verfügbar unter: https://kvr.kpd.lt/#/static-heritage-detail/528395e1-4924-4d40-b5ce-2d45fd489542 .
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