„Eiserner Vorhang“ an der litauischen Küste
Ausstellung des Zweiten Weltkriegs „Muziejus 39/45“
Das Museum „Muziejus 39/45“, das zum Historischen Museum Litauens gehört, erzählt die Geschichte der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs in Klaipėda und der Region. Es befindet sich unterhalb eines Walls an der Ostseite der ehemaligen Burg Klaipėda, wo deutsche Truppen während des Krieges ein Sprengstoffdepot eingerichtet hatten.
Die Ausstellung des Museums ist modern und ansprechend gestaltet: Sie besteht aus vier Sälen, die verschiedene Epochen des Krieges beleuchten, und 13 interaktive Stationen. Im Saal „Klaipėda am Vorabend des Krieges“ werden historische Dokumente und Fotos gezeigt, während die radikalen Veränderungen in Europa jener Zeit auf einer animierten Karte veranschaulicht werden. Der Saal „Der Sturm auf Klaipėda“ reflektiert die tragische Geschichte Klaipėdas und seiner Bewohner, während der zweite Saal „Klaipėda nach dem Krieg“ eine Installation zum Gedenken an die zerstörten Kirchen der Stadt präsentiert. Im letzten Saal – dem Saal der Erinnerung – steht eine symbolische, sechs Meter lange Kutsche mit Glasdach, unter der zahlreiche Alltagsgegenstände ausgestellt sind, die einst deutschen Soldaten und Zivilisten aus Klaipėda gehörten. Das Glas ist mit einer Sandschicht bedeckt, die man mit den Fingern abwischen muss, um die Exponate zu sehen.
Schiffsmuseum M52 „Sūduvis“
Das Schiffsmuseum M52 „Sūduvis“ zur Minenabwehr befindet sich am Ufer Karališkoji Danė in Klaipėda, direkt neben der Schlossbrücke. Das Küstenminensuchboot der Lindau-Klasse wurde 1956– 1958 in Westdeutschland gebaut. Die Aufgabe dieser Schiffe ist es, Seeminen aufzuspüren und unschädlich zu machen. Der Schiffsrumpf wurde daher aus brasilianischer Eiche, das Deck aus Teakholz und die Maschinen aus nichtmagnetischem Metall gefertigt. Von 1958 bis 1999 gehörte das Schiff der Deutschen Marine und trug den Namen M1071 „Koblenz“. 1978–1979 wurde es von einem Minentrawler zu einem Minenjäger umgebaut.
Im Jahr 1999 wurde das Schiff an die litauische Marine übergeben. Marineschiffe werden traditionell nach historischen Regionen Litauens benannt, und so erhielt auch das erhaltene Schiff den Namen M52 „Sūduvis“. Das Schiff diente 22 Jahre lang in Litauen und nahm an internationalen und nationalen Übungen und Einsätzen teil. Im Jahr 2021 schied das Schiff aus dem Dienst der litauischen Marine aus und wurde an das Litauische Schifffahrtsmuseum übergeben. Danach wurde M52 „Sūduvis“ für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und für museale und pädagogische Zwecke umgebaut. Das ausgestellte Schiff verfügt über eine authentische Arbeitsausrüstung.
Küstenartillerie-Batterie „MemelNord“
Die Küstenartilleriebatterie „Memel-Nord“ befindet sich in Giruliai, neben der „Olando kepurė“ (Holländischer Hut) an der Ostseeküste. Die Küstenartilleriebatterie „Memel-Nord“ ist Teil des Küstenschutzsystems der deutschen Marine, das 1939 nach dem Anschluss der Region Klaipėda an Deutschland und dem Beginn der Befestigung der Stadt errichtet wurde. „MemelNord“ ist ein integraler Bestandteil der Festungsanlagen von Klaipėda und besteht aus zwei Küstenartillerie- und sechs Flugabwehrbatterien. Die Befestigungen der Küstenartilleriebatterie wurden in zwei Phasen gebaut: Im April und Mai 1939 wurden provisorische Befestigungen für die Küstenartilleriebatterie gebaut und Ende 1939 wurde beschlossen, sie zu einer dauerhaften Stellung auszubauen. Zu diesem Zweck wurde die Küstenartilleriebatterie mit vier Geschützstellungen ausgestattet, die mit 150-mm-SKL-45-Kanonen, Feuerleitposten und einem Munitionslager für 150 Artilleriegeschosse versehen waren. Nach der Fertigstellung erhielt die Batterie den Namen „Brommy“. Die Batterie besteht aus drei Baukörpern: einer Feuerleitstelle aus Beton in der Mitte und zwei Artillerieblöcken mit Munitionslagern an der Seite. Seit 2002 befindet sich in einem der Artillerieblocks eine Ausstellung über die Geschichte der Region Klaipėda.
Museum des Exils und des Widerstands in Palanga
Das Museum befindet sich im Zentrum von Palanga, in einer der kleinsten Holzvillen des Ferienortes Palanga, „Vaidilutė“. Es wurde 1993 auf Initiative der Palanga-Zweigstelle des Litauischen Verbands der politischen Gefangenen und Exilanten gegründet. Die Abteilung betreut das Museum auch heute noch auf gemeinschaftlicher Basis. Die Freiwilligen haben die Villa an die spezifischen Bedürfnisse des Museums angepasst und führen die Führungen selbst durch. Die Ausstellung erzählt von der Beteiligung der Litauer an der Widerstandsbewegung und von den Deportationen, die das Leben der Menschen zerstörten.