I Erster Weltkrieg, I Unabhängigkeitskriege, III Nationale Partisanenbewegung - Waldbrüder, II Zweiter Weltkrieg, IV Die sowjetische Besatzung und der Kalte Krieg

Militärisches Erbe von Saaremaa

Kriegstechnik-Museum von Saaremaa

Das Kriegstechnik-Museum von Saaremaa wurde 2007 gegründet. Die Hauptsammlung des Museums (etwa 12.000 Objekte) besteht aus den Privatkollektionen der Gründungsmitglieder.

Das Museum organisiert thematische Führungen und Nachstellungen von Schlachten, um die Geschichte der Kriege des 20. Jahrhunderts darzustellen. Das Museum verfügt über 5 Ausstellungssäle mit einer Fläche von 650 m2, die der Öffentlichkeit zugänglich sind, sowie über eine Freiluftausstellung mit großer Kriegstechnik. Im Mittelpunkt des Freiheitskriegs-Saals ist der Geschützwaggon des Panzerzugs Nr. 3 zu sehen. Ausgestellt sind Originaluniformen aus dem Freiheitskrieg (1918-1920), Waffen und andere persönliche Ausrüstungsgegenstände. Im Saal für historische Uniformen kann man Originaluniformen der Streitkräfte der ersten Estnischen Republik (1925-1940) sowie Originaluniformen und andere Ausrüstungsgegenstände des Zweiten Weltkriegs sehen. Die Waffenkammer umfasst europäische Feuerwaffen und Blankwaffen (1450-1970). Im Saal für persönliche Ausrüstungs- und Küchengerätschaften aus dem Zweiten Weltkrieg befinden sich von Soldaten verwendete Utensilien und Haushaltsgegenstände. Im Saal der Technik können Kommunikationsgeräte, Geschütze, Mörser, Motorräder, Fahrräder und Autos besichtigt werden.

Võiküla 36. 10-Zoll-Küstenverteidigungsbatterie und Kopfsteinpflasterstraße

Diese Küstenverteidigungsbatterie befindet sich zwischen den Dörfern Võiküla und Rässa. Die 36. 254-mm-Küstenverteidigungsbatterie gehörte im Ersten Weltkrieg zum 1. Bataillon der Befestigungsanlagen in der Straße von Muhu. Ihr Bau begann 1915. Die Batterie bestand aus fünf 254-mm-Geschützen vom Typ Durlacher, die zunächst auf hölzernen Barbetten montiert waren, welche später durch 70 Meter voneinander entfernte Betonstellungen ersetzt wurden. Die Artillerie war nach vorn durch eine 400 Meter lange, ohne Maschineneinsatz aufgeschüttete Sandwand geschützt, die am First 15 Meter und am Fuß 25 Meter breit war. Die Batterie war während der deutschen Offensive „Unternehmen Albion“ im Jahr 1917 im Kampfeinsatz.

Es ist, den Witterungseinflüssen entsprechend, in gutem Zustand, allerdings sind alle Geschützstellungen und die betonierte Vordermauer teilweise überwuchert. Die gepflasterte Straße ist in gutem Zustand.

Massengrab der im Zweiten Weltkrieg Gefallenen und Denkmal der trauernden Mutter

Dieses Denkmal befindet sich an der Spitze der Väike-Straße auf Muhu, in der Nähe der alten Straße.

Das Massengrab wurde mit einer Statue der Trauernden Mutter gekennzeichnet, einem grandiosen Granitdenkmal von ergreifender Schlichtheit, das 1972 enthüllt wurde. Die Skulptur thront auf einem polierten Granitsockel. Das Grab ist von einem niedrigen Dolomitzaun umgeben.
Das Denkmal besteht aus rotem Granit, die Statue ist gemeißelt und der Sockel poliert. Es zeigt eine trauernde Frau mit verschränkten Armen. Die Statue ist 2,5 Meter hoch, der Sockel misst 1,6 x 0,78 x 0,75 Meter. In den Sockel sind die Jahreszahlen 1941/1944 eingraviert. Die Gravur ist 18 cm hoch.

Kübassaare 130-mm Küstenverteidigungsbatterie

Diese 130-mm-Batterie befindet sich an der Spitze der Halbinsel Kübassaare.

Die unvollendete Anlage bestand aus vier 130-mm-Geschützen des Typs B13 (Kaliber 50) mit einer Reichweite von 24 km und einem Feuersektor von 166°. Die Besatzung sollte aus 160 Mann bestehen (neun sowjetische Offiziere, 39 Unteroffiziere und 112 Marinesoldaten der Roten Flotte), doch historische Aufzeichnungen belegen, dass sich am 1. Februar 1941 fünf Offiziere, 23 Unteroffiziere und 135 Marinesoldaten der Roten Flotte dort befanden.

Da der Komplex nicht rechtzeitig fertiggestellt wurde, sind heute nur noch die Betonfundamente der Schiffsgeschütze und die unvollendeten Bunker erhalten.