Grenzstädte zweier Länder – Valka und Valga
Tag 1.
5 km
Valka (Rīgas-Straße – Auseklā-Straße – Seminara-Straße) – Valga (Uus – Põllu – Lai – Jaama – Vahtra – Pikk)
Praktische Infos
Ausflüge und Bildungsprogramme müssen im Voraus gebucht werden, eine bestimmte Uhrzeit muss reserviert und die verwendete Sprache muss vereinbart werden.
- Beginn : Ausstellung „Valka – die Wiege der lettischen Unabhängigkeit“
- Ziel : Militärmuseum Valga – Themenpark
- Dauer : etwa 4 – 5 Stunden
- Zusätzliche Optionen : Die Route kann in Lettland durch Objekte im Gebiet Strenči - Valmiera, in Estland durch Objekte im Gebiet Otepää - Tartu ergänzt werden.
- Bildungsprogramme : Heimatmuseum Valka: „Valka – Wiege der lettischen Unabhängigkeit“ , Militärmuseum Valga: „Schießsimulator“ .
Sehenswürdigkeiten
Ausstellung „Valka – Wiege der lettischen Unabhängigkeit“
Das Heimatmuseum Valka befindet sich auf der rechten Straßenseite der Rīgas iela stadtauswärts, im Gebäude des einstigen Livländischen Lehrerseminars. Von 1853 bis 1890 diente der Bau als Lehrerseminar der Livländischen Gemeindeschulen. Bis 1881 wurde die Bildungseinrichtung vom lettischen Pädagogen und Mitbegründer der Chorkultur Jānis Cimze geleitet. Nach der Schließung des Lehrerseminars diente das Gebäude 80 Jahre lang verschiedenen Bildungs-, Kultur- und Alltagszwecken. Seit 1970 ist das Heimatmuseum Valka hier untergebracht. Die Dauerausstellung des Museums „Valka - Wiege der lettischen Unabhängigkeit“ erzählt die Geschichte der gesellschaftspolitischen Umbrüche in Valka zwischen 1914 und 1920, als Lettland ein unabhängiger Staat wurde. Die Ausstellung veranschaulicht die Vorarbeiten zum Aufbau eines lettischen Staates und die Gründung der Nordlettischen Brigade in Valka. Durch vier Dimensionen – den Weg, den Rat, das Hauptquartier und die Heimat – beleuchtet die Ausstellung die Themen: die Stadt Valka, die Kriegsflüchtlinge, die Gründung des Lettischen Bauernbundes und des Provisorischen Lettischen Nationalrates 1917, das Provisorische Lettische Nationaltheater 1918, das Iskolat - die provisorische Regierung Sowjetlettlands, die Bildung der Nordlettischen Brigade 1919 und General Pēteris Radziņš. Neben traditionellen Ausstellungsmethoden kommen im Museum multimediale Präsentationen zum Einsatz.
Bunkeranlage Valka
Die Bunker von Valka befinden sich im Zentrum von Valka, auf der linken Straßenseite der Ausekļa iela neben der Ādams-Tērauds-Schule. Sie sind nur von außen zu besichtigen. Die Bunker der Sowjetarmee in Valka gehörten zu den geheimsten Orten in Sowjetlettland, die nur mit Sondergenehmigung zugänglich waren. 1953-1989 befand sich hier ein Kommunikationsstützpunkt der Strategischen Raketentruppen der Sowjetarmee. Riesige Fahrzeuge auf 16 Rädern brachten große Stahlbetonblöcke zum Bau der Bunker. Nach Fertigstellung der Bunker selbst wurden diese zur Verstärkung und Isolierung mit Schotter bedeckt. In den Bunkern befand sich das Reservezentrum der strategischen Raketenkommunikation, das dem Leningrader Kommunikationszentrum unterstellt war. Von diesen Bunkern aus wurden die militärischen Raketenschächte gesteuert. In Valka und Umgebung gab es zwanzig. Im Oktober 1962, während der Kubakrise, wurden die Raketen mit Zielrichtung Florida in Gefechtsbereitschaft versetzt. Man sagt, dass nur eine Frage weniger Stunden war, dass die Raketen zum Einsatz gekommen wären. Gleich in der Nähe, hinter der Ādams-Tērauds-Schule und den Bunkern, liegt die einstige Schweden-Schanze (auch Scheremetew-Schanze). Der aufgeschüttete Erdwall wurde zu Beginn des Großen Nordischen Krieges um 1702 zur Verteidigung von Valka gegen die Schweden errichtet. In Richtung Ērģeme ist die Schanze am steilsten, während die andere Seite der Ausekļa iela zugewandt ist.
Von deutschen Kriegsgefangenen errichteter Bahnhof von Valga
Das Hauptgebäude des Bahnhofs von Valga (Leningrader Verkehrsplanungsbüro, Architekt Viktor Tschipulin) wurde 1949 fertiggestellt. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein langgestrecktes Gebäude mit Walmdach, das mit Risalit und Gesimsen versehen ist und dessen auffälligster architektonischer Akzent ein sieben Stockwerke hoher Turm mit quadratischem Grundriss ist. Es gilt als eines der wertvollsten und repräsentativsten Beispiele stalinistischer Architektur in Estland. Sein Wert wird durch die Tatsache erhöht, dass das Gebäude weitgehend in seiner ursprünglichen Form erhalten geblieben ist. Das Bahnhofsgebäude wurde unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg an der Stelle eines aus Zarenzeiten stammenden Gebäudes errichtet, das von der sowjetischen Luftwaffe bombardiert worden war. Da in Valga auch deutsche Kriegsgefangene inhaftiert waren, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie beim Bau des Bahnhofsgebäudes herangezogen wurden.
Freiheitskriegsdenkmal in Valga
Die den Freiheitskämpfern aus Südestland gewidmete Statue stellt einen unbekannten Soldaten auf einem hohen Sockel dar, das Schwert am Gürtel und die Flagge in der Hand, den anderen Arm in den Himmel gestreckt. Die ursprüngliche Statue wurde am 31. Geburtstag von Leutnant Julius Kuperjanov am 11. Oktober 1925 enthüllt und in der Nacht des 21. September 1940 von den Sowjets zerstört. Das Denkmal wurde am 16. August 2013 an seinem früheren Standort in der Kuperjanov-Straße in Valga erneut eingeweiht. Der Entwurf und die Statue stammen aus dem Jahr 1925 von Amandus Adamson, der auch beim Guss der originalen Bronzestatue in Italien zugegen war. Sie wurde vom Bildhauer Jaak Soans in ihrer ursprünglichen Größe wiederhergestellt. Die Neueinweihung unterstützten die VIKP-Stiftung, die Stadt- und Kreisverwaltung von Valga und das Estnische Kriegsmuseum.
Militärmuseum und Themen park von Valga
Das Museum ist mit Exponaten zur estnischen Kriegsgeschichte, zur inneren Sicherheit und zur Militärgeschichte von Valga und dem umgebenden Landkreis ausgestattet. Kinder- und Jugendcamps können hier sicher abgehalten werden und dabei Aktivitäten vor Ort und Ausflüge zu einem Schlachtfeld aus dem Zweiten Weltkrieg am Fluss Väike Emajõgi organisiert werden. Vor Ort können die Teilnehmer erlernen, wie man eine Soldatensuppe kocht, Tarnfarben verwendet und sich im Wald orientiert.
Im Freigelände des Museums sind unter anderem militärische Ausrüstungen und Waffen, ein Mi-8-Hubschrauber, ein Feuerlöschfahrzeug, verschiedene Arten von Maschinengewehrständen und Seeminen ausgestellt. Die Tour kann im Unterstand der Waldbrüder zuende gehen, wo Erwachsene einen "Waldbrüdertrunk" und ein geräuchertes Speckbrot mit Zwiebeln bestellen können. An Militärgeschichte Interessierten bietet das Museum die größte Waffensammlung Estlands. Ihre Arbeit stellen im Museum auch die estnischen Streitkräfte, das Polizei- und Grenzschutzamt, der Verteidigungsbund und der Staatsschutz sowie die lettische Polizei, der dortige Grenzschutz und die Rettungskräfte vor.
Im Rahmen des Besuchsprogramms kann auch die Verteidigungslinie "Walk" in der Nähe von Valga besichtigt werden, wo an den Ufern des Flusses Väike-Emajõgi Schützengräben und Geschützstellungen in ehemaligen deutschen Stellungen wiederhergestellt wurden.