Massaker an jüdischen Frauen aus Salantai im Šateikiai-Wald

Im Sommer 1941 fand im Wald von Šateikiai ein Massaker an jüdischen Frauen und Kindern statt, das von der örtlichen Polizei und einer Miliz in weißen Roben verübt wurde. Die Opfer wurden von Salantai zum Ort des Massakers gebracht und vor ihrer Erschießung gezwungen, sich auszuziehen und in eine Grube zu springen. Verschiedenen Quellen zufolge wurden bei diesen Hinrichtungen zwischen 95 und 230 Menschen getötet, zumeist Frauen und Mädchen.

Eine Woche nach der Erschießung der Männer aus Salantai erhielt Polizeichef P. Baltuonis den Befehl, jüdische Frauen zu erschießen. Die Erschießung sollte im Wald von Šateikiai stattfinden. P. Baltuonis beauftragte C. Skridaila mit der Sicherung des Massakerortes. Er wies den Ältesten an, Fuhrleute aus den umliegenden Dörfern mit dem Transport der Frauen zum Erschießungsort zu beauftragen. Etwa 10 bis 12 weiß gekleidete Soldaten der Einheit aus Salantai brachen um Mitternacht zum Wald von Šateikiai auf. Dort erwarteten sie bereits weiß gekleidete Soldaten aus Šateikiai, die eine große Grube für das Massaker vorbereitet hatten. Gemäß den Anweisungen der Polizei begaben sich die mit Pferden aus den Dörfern gekommenen Fuhrleute zur Synagoge. Von dort wurden über 60 jüdische Frauen und Kinder herausgeholt. Der Kolonnenzug fuhr zum Massakerort. Die Erschießung begann im Morgengrauen und erfolgte in der gleichen Reihenfolge, in der die Wagen mit den zum Tode Verurteilten im Wald eintrafen. Vor der Erschießung wurden die Frauen angewiesen, sich auszuziehen und in die Grube zu springen. Wer am Rand des Grabens stand, würde auf die dort liegenden Frauen und Kinder schießen.

Das genaue Datum der Erschießung ist unbekannt. Einige Zeugen geben an, dass sie Mitte Juli (um den 20.) stattfand. Mitte Juli 1941 wurden junge jüdische Frauen und Mädchen aus Salantai zum Gut Šalynas getrieben, wo sie auf den Feldern arbeiten mussten. Einen Monat später (Ende August 1941) wurden sie in den Wald von Šateikiai gebracht und dort erschossen. Insgesamt wurden 35 Frauen und Mädchen getötet.

Erzähler: P. Baltuonis ir C.Skridaila; Diese Geschichte aufegschrieben: Holokausto Lietuvoje atlasas

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Gräber von Holocaust-Opfern in Šateikiai

Die Stätte und das Grab des Massakers an Frauen und Kindern der jüdischen Gemeinde von Salantai ist ein historischer Friedhof für Holocaust-Opfer im nordwestlichen Teil des Gebiets der Gemeinde Plungė, in Šateikiai Rūdaičiai (Ältestenrat Plateliai), 0,5 km nordöstlich der Straße Skuodas-Klaipėda, am nordwestlichen Rand des Waldes von Šateikiai.

Die Grabstätte ist rechteckig (10 x 10 m) und von einem Drahtgitterzaun umgeben. Im Nordwesten befinden sich ein einflügeliges, durchbrochenes Metalltor, dessen oberer Teil den Davidstern zeigt. Der Davidstern und eine Gedenkinschrift in Jiddisch und Litauisch sind in die monumentale Granitplatte eingraviert. 1980 wurde dort eine Holzskulptur eines stehenden, gefesselten Juden aufgestellt (Künstler: Volkskünstler Jakovas Bunka). Die Fläche des Geländes beträgt 0,01 ha.

An diesem Ort ermordeten Hilfspolizisten aus Salantai und Šateikiai im Juli/August 1941 Frauen und Kinder der jüdischen Gemeinde von Salantai. Die Exekution erfolgte in drei Phasen. Das erste Massaker fand um den 20. Juli 1941 statt. Auf Befehl der Polizei kamen Fuhrleute mit Karren im Morgengrauen aus den umliegenden Dörfern nahe der Synagoge von Salantai, wo jüdische Frauen und Kinder festgehalten wurden, und brachten, begleitet von Hilfspolizisten, etwa 60 bis 70 Frauen in den Wald von Šateikiai. Während des zweiten Massakers Ende Juli wurden die letzten verbliebenen Frauen und Kinder im Ghetto getötet, mehr als 50 an der Zahl. Ende August eskortierten Hilfspolizisten etwa 100 jüdische Frauen aus Salantai in den Wald von Šateikiai zur Exekution. Seit Juli hatten sie als landwirtschaftliche Hilfskräfte auf dem Gut Šalynas und bei Bauern in der Gemeinde Salantai gearbeitet.

Laut dem Holocaust-Atlas in Litauen sind hier 95 Opfer begraben. Die Gedenktafel am Grab und die Dokumentensammlung „Massenmorde in Litauen“ weisen darauf hin, dass hier 100 jüdische Männer, Frauen und Kinder getötet wurden. Paulius Vaniuchinas, ein Historiker von Salantai, ermittelte, dass an diesem Ort 210 bis 220 Frauen und Kinder ermordet wurden.

Der Ort des Massakers und der Beisetzung wurde 1970 zum historischen Denkmal von lokaler Bedeutung erklärt und 1993 in das Register des kulturellen Erbes aufgenommen.