Weg zum Geburtsort von Vytautas Macernis
Gedenkstätte
Im Dorf Šarnelė im Bezirk Plungė, dem Geburtsort des litauischen Dichters Vytautas Mačernis, wurde ein Weg zu seinem Geburtshaus angelegt. Auf diesem 545 Meter langen Pfad erreicht man sein Grab. Der Dichter starb am 7. Oktober 1944 während der Schlacht von Seda, als er versehentlich von einem Granatsplitter am Kopf getroffen wurde. Nach seinem Tod überführten seine Angehörigen ihn nach Šarnelė, um ihn in seiner Heimat beizusetzen.
Auf dem Wanderweg V. Mačernis sollten Sie unbedingt die nahegelegene Kerpauskas-Quelle mit Informationsstand besuchen. Diese Quelle erinnert an ein wichtiges historisches Ereignis – den Völkermord an den Juden während des Zweiten Weltkriegs. Die Kerpauskas-Quelle befindet sich am Weg, der vom Parkplatz zum Grab des Dichters führt. Während des Zweiten Weltkriegs versteckte die Familie von Juozas und Adolfina Kerpauskas Juden in unterirdischen Bunkern am Fuße eines kleinen Hügels nahe der Quelle und im darunterliegenden Gehöft. Dreieinhalb Jahre lang kümmerte sich die Familie um mehrere jüdische Familien – insgesamt 16 Personen – und schützte sie vor der Vernichtung. In der Sowjetzeit wurden Adolfina und Juozas Kerpauskas mit ihren Kindern Bronė und Tomas nach Sibirien deportiert. Juozas Kerpauskas wurde 1992 und Adolfina Kerpauskienė 2009 mit dem Heilskreuz ausgezeichnet.
Verwendete Quellen und Referenzen:
Zugehörige Zeitleiste
Zugehörige Geschichten
Die letzte Reise des Dichters
Am 7. Oktober 1944, dem Tag der Schlacht von Seda, wurde der junge Dichter Vytautas Mačernis bei dem Versuch, in den Westen zu fliehen, auf tragische Weise getötet.
Die Schlacht von Seda: Eine Geschichte von Flucht und Tod
Die Kämpfe von 1944 bei Seda erlebten nicht nur heroische Momente, sondern auch Episoden panischer Flucht, als die Soldaten angesichts der drohenden Niederlage versuchten, ihr Leben zu retten.
Die Heldentaten der Dorfbewohner von Šarnelė
Während des Zweiten Weltkriegs retteten zwei Familien aus dem Dorf Šarnelė – die Striaupiai und die Kerpauskas – trotz Lebensgefahr das Leben von Juden. Die Familie Striaupiai rettete insgesamt 26 Menschen, darunter neun Familien, und für die Familie eines jüdischen Kürschners aus Alsėdžiai wurde im Wald des Gehöfts der Kerpauskas ein Versteck eingerichtet.





