Holocaust-Mahnmal Gedenkstätte
Im August 2004 wurde in Preiļi, genauer gesagt in der Cēsu-Straße, eine Holocaust-Gedenkstätte eröffnet. Architekt war Sergejs Rižs, die Idee dazu stammte von David Zilbermanis, einem in den USA lebenden Einheimischen, der auch die Finanzierung übernahm. Die Gedenkstätte befindet sich zwischen den Gräbern jüdischer Bürger und den ehemaligen Erschießungsgruben jüdischer Einwohner.
Die ersten Juden kamen Anfang des 19. Jahrhunderts nach Preiļi, als sich die Stadt zu entwickeln begann. Laut Volkszählung von 1935 waren von den 1.662 Einwohnern Preiļis 847 (51 %) Juden. Die meisten von ihnen waren Kaufleute, Handwerker oder Intellektuelle – Ärzte und Lehrer.
Als die deutsche Wehrmacht am 28. Juli 1941 einmarschierte, wurden am 9. und 10. August mehr als 720 Juden aus Preiļi und Umgebung ermordet. Nach dem Krieg kehrten einige Juden nach Preiļi zurück, aber die Gemeinde wurde nie wieder aufgebaut.
In den Jahren 2013 und 2014 führten Schüler des Deutschen Jugendverbands LOT unter der Leitung von Klaus Peter Rex Aufräum- und Denkmalreinigungsarbeiten auf dem Jüdischen Bürgerfriedhof durch. Dabei wurde ein Friedhofsplan erstellt. 2015 wurde auf Initiative von David Zilbermanis und dank seiner finanziellen Unterstützung und Spenden ein Gedenkbogen für die jüdische Gemeinde in Preili am Eingang des Jüdischen Bürgerfriedhofs, auf dem Weg zum Holocaust-Mahnmal, eingeweiht.
Im Jahr 2018 führte die Preiļi-Gedenkgesellschaft (Vorsitzender Sergejs Rižs) Ausgrabungen an der Stätte der Judenmorde neben dem jüdischen Friedhof durch. Dabei wurden drei Gruben entdeckt. Die konservierten Fundstücke sind in der Hauptausstellung des Museums für Geschichte und Angewandte Kunst Preiļi am Raina Boulevard 28 zu sehen. Museumsfachleute bieten Besuchern das Bildungsprogramm „Über den Holocaust nachdenken heißt, über sich selbst nachzudenken“ an. Das Programm beginnt in der Museumsausstellung und endet an der Holocaust-Mahnmal. Die Mahnmalstätte und der Friedhof dienen als Freilichtmuseum der öffentlichen Aufklärung.

