Museumseisenbahn und Pergupehia-Bunker
Die 55 km lange Route in Westestland führt durch Orte, die mit dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit verbunden sind. Besucher erfahren mehr über das Schicksal deutscher Kriegsgefangener, Gedenkstätten des Unabhängigkeitskrieges und die nationale Partisanenbewegung der Waldbrüder. Am Ende der Reise, im Bunker von Pergupehja, erhalten sie einen authentischen Einblick in das Leben der Waldbrüder und ihren Kampf gegen die sowjetische Besatzung.
Was die Tour beinhaltet
Das Estnische Eisenbahnmuseum ist das einzige Schmalspurbahnmuseum Estlands, das auch eine betriebsfähige Dampflokomotive zu seinen Ausstellungsstücken zählt. Das Museum beherbergt über 80 Fahrzeuge, darunter fünf Dampflokomotiven, sowie diverse technische Ausrüstungsgegenstände, die größtenteils im Freien ausgestellt sind. Die Innenausstellung präsentiert über 700 historische Fotografien, Objekte und Dokumente zur estnischen Schmalspurbahn. Das Gelände des ehemaligen deutschen Kriegsgefangenenlagers Lavasaari lädt dazu ein, sich die Nachkriegszeit in einer stillen und besinnlichen Atmosphäre vorzustellen. Hier arbeiteten die Kriegsgefangenen in Torfmooren und lebten unter beengten Verhältnissen. Gleichzeitig wird einem bewusst, dass dieser Ort auch ein Mahnmal für Menschen ist, deren Leben fern der Heimat endete. Die Kriegsgedenkstätte Pärnu-Jēgupi lässt die Bedeutung des Ortes spürbar werden. Betrachtet man den mehrstufigen Obelisken mit dem vergoldeten Freiheitskreuz und den Namen der Gefallenen, erfährt man, dass das Denkmal ursprünglich 1922 enthüllt, später abgerissen und 1989 wiederaufgebaut wurde, wodurch die Geschichten der Soldaten aus der Region bewahrt wurden. Die Gedenkstätte Bunker Ertsma ermöglicht es Schülern, mehr über die Schlacht von 1949 zu erfahren, in der NKWD-Einheiten mit Hunderten von Soldaten den Bunker der Waldbrüder umzingelten. Der ursprüngliche Bunker Põrgupõhja wurde 1947 erbaut und diente den Waldbrüdern als einer ihrer Stützpunkte. 2015 wurde eine Rekonstruktion des Bunkers enthüllt. Nur wenige Dutzend Meter entfernt befinden sich die Überreste des vom NKWD zerstörten Bunkers sowie ein Erdwall und ein Gedenkstein für die gefallenen Waldbrüder.
