Museumseisenbahn und Pergupehia-Bunker
Tag 1.
55 km
Lavassāre – Pērnavas-Jēgupi – Pergupehja (Höllengrund)
Praktische Infos
Ausflüge und Bildungsprogramme müssen im Voraus gebucht und zu einer bestimmten Uhrzeit reserviert werden.
- Start : Lavassaare.
- Ziel : Bunker Pergupehja.
- Dauer : 4 – 5 Stunden.
- Zusätzliche Möglichkeiten : Das Eisenbahnmuseum bietet spezielle Tage an, an denen man mit einer Dampflok fahren kann.
Sehenswürdigkeiten
Estnische Museumseisenbahn in Lavassaare
Die Estnische Museumseisenbahn findet man auf dem Gelände einer ehemaligen Torffabrik im Dorf Lavassaare im Landkreis Pärnu, 17 km nordwestlich der Kreisstadt.
Sie ist das einzige Museum für Schmalspurbahnen in Estland. Zu seinen Exponaten gehört eine funktionstüchtige Dampflokomotive. Das Museum verfügt über mehr als 80 Fahrzeuge, darunter fünf Lokomotiven und eine Reihe von technischen Geräten, von denen die meisten im Außenbereich ausgestellt sind. In den Innenräumen der ehemaligen Verwaltung sind über 700 historische Fotos, Objekte und Dokumente zum Thema der estnischen Schmalspurbahnen ausgestellt.
Die Schmalspurbahnen wurden im 19. und 20. Jahrhundert gebaut, um das produzierende Gewerbe in den zu Russland gehörenden Gouvernements Estland und Livland zu fördern.
Deutscher Kriegsgefangenenfriedhof in Pärnu
Das deutsche Kriegsgefangenenlager in Lavassaare wurde im Frühjahr 1945 errichtet. Es bot Platz für 1200 Gefangene, die in der Torfgewinnung arbeiten mussten. Die letzten deutschen Kriegsgefangenen verließen Estland 1948 und 1949. Die in Lavassaare verstorbenen Gefangenen wurden direkt am Moor beerdigt. Schätzungsweise 60 deutsche Kriegsgefangene ruhen hier. Der deutsche Kriegsgefangenenfriedhof in Lavassaare wurde 2008 von der Bundeswehr renoviert. Dabei wurden die Straße repariert, der Zaun erneuert und Brücke sowie Bänke neu gestrichen.
Põrgupõhja Waldbrüder Bunker
Der Põrgupõhja-Bunker befindet sich in einem Wald beim Dorf Tiduvere im Landkreis Raplamaa.
Um das Ende des Zweiten Weltkrieges herum wurde in mehreren besetzten Ländern, so auch in Estland, der bewaffnete Widerstand gegen die Sowjetmacht verstärkt. Es gab Versuche, Kämpfer und Aktionen zu koordinieren und ein Widerstandsnetz aufzubauen. Eine der Hauptquartiere der sog. Waldbrüder war der Põrgupõhja-Bunker, der Anfang 1947 angelegt wurde.
Im Jahr 2015 wurde eine Rekonstruktion des Waldbrüder-Bunkers von Põrgupõhja zugänglich gemacht, die es Besuchern ermöglicht, den Alltag der Partisanen nachzuvollziehen. Die Besucher können sogar im Bunker übernachten und darüber sinnieren, wie schwer das Leben gewesen sein muss, als man jeden seiner Schritte äußerst vorsichtig verrichten musste.
Ein paar Dutzend Meter vom Nachbau des Bunkers entfernt kann man den Standort des am 31. Dezember 1947 vom NKWD zerstörten Originalbunkers und den ihn umgebenden Erdwall sowie ein Denkmal für die gefallenen Waldbrüder sehen.
Denkmal für die Waldbrüder in Ertsma
Die Bunkerschlacht bei Ertsma fand am 27. Februar 1949 statt. Der nahe dem Dorf Ertsma errichtete Bunker diente einer großen Gruppe von Waldbrüdern, den Anführern des Bündnisses des Bewaffneten Kampfes und einfachen Soldaten als Zuflucht. Um 6:00 Uhr morgens umstellten NKWD-Einheiten den Bunker. An dem Angriff sollen bis zu 15 Agenten des Ministeriums für Staatssicherheit der Estnischen SSR und 350 Soldaten beteiligt gewesen sein. Neun Menschen starben bei dem Angriff. Einer der beiden Überlebenden wurde verwundet und gefangen genommen, dem anderen gelang die Flucht. Der verwundete Waldbruder Mihkel Ellermaa wurde nach Sibirien deportiert. Seine Frau und seine zweijährige Tochter gehörten zu den Toten. Seine ältere Tochter befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs bei ihrer Großmutter. Wo die Toten begraben wurden, ist bis heute unbekannt.
Am 27. Februar 1994, genau 45 Jahre nach der Schießerei, wurde dieses Denkmal von Kodesmaa Bog in der Nähe des ehemaligen Standorts des Bunkers enthüllt.