Jüdische Holocaust-Gedenkstätte Kražiai im Kuprė-Wald
Gedenkstätte

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Kražiai M.K. Archiv des Kulturzentrums Sarbiejus.
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Im Wald von Kuprė, etwa 13 Kilometer von der Stadt Kražiai entfernt, befinden sich die Stätte und das Grab des Massakers an den Juden von Kražiai.

Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Kražiai etwa 1.500 Menschen, darunter rund 80 jüdische Familien – insgesamt 450 bis 500 Einwohner jüdischer Herkunft. Im Sommer 1941 wurden die Juden von Kražiai in einem Ghetto isoliert, das in der Scheune des Gutshofs eingerichtet worden war.

Am 26. Juli 1941 fand im Wald von Kuprė der Massenmord an den Juden von Kražiai statt. Etwa 300 Erwachsene und Jugendliche wurden mit Lastwagen in den Wald gebracht. Dort wurden sie in Gruppen aufgestellt und in die Lastwagen verladen. Auf dem Weg zum Ort des Massakers erhielt man ihnen Schaufeln – ein Zeichen dafür, dass die Opfer Gruben ausheben mussten. Die Juden gruben eine tiefe, längliche Grube im Wald von Kuprė. Anschließend wurden sie gezwungen, sich auszuziehen, und die Hinrichtung erfolgte systematisch: Die Opfer wurden zu fünft am Rand der Grube aufgestellt und in zwei Reihen erschossen – der erste in den Rücken oder die Brust, der zweite in den Kopf.

Die Morde wurden sowohl von Mitgliedern der örtlichen TDA (Nationalen Arbeitsschutzeinheit) als auch von deutschen Soldaten und Offizieren verübt. Sie verzögerten sich aufgrund eines liegengebliebenen Lastwagens und Widerstands im Ghetto Kražiai, als den Gefangenen klar wurde, dass die Abgeführten nicht zurückkehren würden. Aus diesen Gründen wurde die geplante Hinrichtung von zwölf sowjetischen Aktivisten am selben Tag nicht durchgeführt. Diese Personen wurden später in das Gefängnis Raseiniai verlegt, die meisten von ihnen wurden freigelassen.

Nach dem Massaker beschlagnahmten deutsche Sicherheitskräfte Wertgegenstände von Juden. Die Operation führte dazu, dass fast alle Mitglieder der jüdischen Gemeinde Kražiai über 12 Jahre ausgelöscht wurden.

Heute steht an der Stelle des Holocaust ein Denkmal, und die Stelle der Tötungsgrube ist von einem Zaun umgeben.

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Im Juli und August 1941 massakrierten die Nazi-Behörden in Kražiai fast die gesamte Bevölkerung des Ortes. Marytė Gerčienė, eine Gefangene des Ghettos Kražiai und Kolchosbäuerin der Kolchose K. Požėla, überlebte diese Tragödie wie durch ein Wunder.