Jüdische Holocaust-Stätte in Kražiai (in der Nähe von Medžiokalnis)
Gedenkstätte
Am Fuße des Medžiokalnis-Hügels, in der Nähe der Stadt Kražiai, befinden sich der Ort und das Grab des Massakers an den Juden von Kražiai.
Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Kražiai etwa 1.500 Menschen, darunter rund 80 jüdische Familien – insgesamt 450 bis 500 Einwohner jüdischer Herkunft. 1941 wurden die Juden von Kražiai in einem Ghetto in der Scheune des Gutshofs isoliert (später kamen auch Juden aus Karklėnai hinzu) und in mehreren Etappen ermordet.
Die Nazis versuchten aktiv, Litauer in den Holocaust zu verwickeln: Deutsche Offiziere forderten bei der Erschießung von Juden, dass jeder Polizist, Rebell, Partisan oder Weißarmist, der als Konvoimitglied in den Wald kam, mindestens einen seiner jüdischen Nachbarn oder Bekannten erschoss. Nach den Massakern von 1941 überlebten etwa 20 Personen der jüdischen Gemeinde Kražiai, die sich in Litauen versteckten oder in die Tiefen der UdSSR flohen.
Am 2. August 1941 ermordeten die Nazis und ihre Kollaborateure in der Nähe von Medžiokalnis mehr als 70 Kinder und mehrere erwachsene Juden. Der Historiker Stanislovas Buchaveckas nannte dieses Massaker den „Mord an jüdischen Kindern“.
An dieser Stelle steht heute ein Denkmal mit der Inschrift: „An dieser Stelle ermordeten die Nazis und ihre Kollaborateure am 2. August 1941 71 Juden aus Kražiai.“ Die hebräische Inschrift gibt an, dass 71 Juden aus Kražiai ermordet wurden: 6 Männer und Frauen sowie 65 Kinder.
Verwendete Quellen und Referenzen:
Zugehörige Zeitleiste
Zugehörige Geschichten
Wie eine zweite Geburt
Im Juli und August 1941 massakrierten die Nazi-Behörden in Kražiai fast die gesamte Bevölkerung des Ortes. Marytė Gerčienė, eine Gefangene des Ghettos Kražiai und Kolchosbäuerin der Kolchose K. Požėla, überlebte diese Tragödie wie durch ein Wunder.

