Die Heldentat des Kriegsordens von Jēkabs Selionovs Lāčplēsis

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8. Daugavpils kājnieku pulka kauju shēma Viļakas apkārtnē, 1920. gada 10.–12. janvāris.

Die Heldentat von Leutnant Jēkabs Selionovs, Kommandeur der Radfahrerkompanie des 8. Daugavpils Infanterieregiments der Lettischen Armee, in der Nähe von Viļaka (Marienhausen) am 10. Januar 1920, für die er den Lāčplēsis-Kriegsorden erhielt.

Am 10. Januar 1920 griff der Feind in Latgale frühmorgens das 2. Bataillon des 8. Infanterieregiments Daugavpils von Gut Borisova und Cūkines aus an. Der Kompaniechef der Fahrradkompanie Selionovs drang mit einer kleinen Gruppe seiner Soldaten in den Rücken des Feindes ein und schnitt ihm die Straße zwischen dem Bahnhof Viļaka (Marienhausen) und dem Dorf Tarusu ab. Der Feind bemerkte unsere Soldaten im Rücken, geriet in Verwirrung und zog sich mit dem Brigadehauptquartier eilig vom Bahnhof Viļaka (Marienhausen) zurück. Leutnant Selionovs bemerkte den Rückzug des Feindes nahe dem Dorf Gorki (auf russischem Gebiet). Er und seine Soldaten verfolgten die Fliehenden, verwundeten deren Pferde und holten so den Kommandeur und den Kommissar der 2. Selbstständigen Petrograder Brigade ein. Diese entkamen über den Wald nahe der Straße, doch Leutnant Selionovs verfolgte sie persönlich, bis er sie einholte. Obwohl alle Straßen vom Feind besetzt waren, brachte Leutnant Selionow die beiden Gefangenen dennoch zum Regimentshauptquartier.

Biografie von Jacob Selionov

Geboren am 1. Oktober 1890 in Jēkabpils, absolvierte er die Pfarrschule.

Im Juli 1914 wurde er in die Armee des Russischen Reiches eingezogen. Ab dem 23. Juli 1914 diente er als einfacher Soldat in der 24. Kompanie des 2. Daugavgrīva-Heimwehrbataillons. Mit diesem Bataillon nahm er an den Kämpfen bei Klaipėda, Kretinga, Plungė, Jelgava, Skrunda, Mažeikiai, Vecauce und Kalnciema teil. Dabei wurde er zweimal verwundet, zum Gruppenführer und Zugführer befördert und mit dem Georgskreuz III. Klasse ausgezeichnet.

Im November 1915 trat er dem 6. Lettischen Schützenbataillon „Tukums“ bei, später dem Regiment, und wurde zum Kompaniefeldwebel ernannt. Im März 1916 nahm er an den Kämpfen bei Ķekava teil, wo er verwundet wurde. Im Dezember 1916 kämpfte er in den Weihnachtsschlachten, wo er zweimal verwundet wurde und das St.-Georgs-Kreuz II. und I. Klasse erhielt. Im August 1917 wurde er zum Leutnant befördert. Im August und September 1917 nahm er an den Kämpfen bei Ikšķile, Mazā Jugla und Nītaure teil. Im Dezember 1917 verließ er freiwillig die Armee und kehrte in seine Heimatgemeinde Ungurmuiža zurück.

Am 22. März 1919 wurde er in die sowjetisch-lettische Armee eingezogen und der Arbeitseinheit Jēkabpils zugeteilt.

Am 19. Mai 1919 desertierte er und schloss sich am 5. Juli 1919 dem Partisanenregiment der Nordlettischen Brigade an und nahm an Kämpfen gegen die Bolschewiki teil.

Ab dem 1. September 1919 diente er im 8. Infanterieregiment Daugavpils und nahm im Oktober 1919 an Kämpfen gegen die westrussische Freiwilligenarmee teil, wo er am 8. Oktober verwundet wurde. Ab dem 29. Dezember 1919 war er Kommandeur der Radfahrerkompanie des 8. Infanterieregiments Daugavpils und beteiligte sich an der Befreiung von Latgale.

Am 4. November 1920 schied er als Leutnant aus der lettischen Armee aus und wurde auf einen Bauernhof in Upenieki, Gemeinde Medumu, versetzt. Am 8. Februar 1927 wurde er auf Anordnung des Präsidenten der Republik als Analphabet zum Militärdienst eingezogen.

Gestorben am 10. Mai 1960, begraben auf dem Friedhof Daugavpils Grīva.

Erzähler: Vēsturnieks Valdis Kuzmins
Verwendete Quellen und Referenzen:

Lettisches Staatsarchiv, Bestand 1304, Beschreibung 1, Fall 1747.