Schlacht um Kurland 1944 - 1945

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Kurische Festung oder Kurischer Kessel

Der Text gibt einen Überblick über die Entstehung Kurlands als eigenständigen und isolierten Kriegsschauplatz im Oktober 1944. Beschrieben werden die Versuche der Roten Armee, die Landverbindung der deutschen Heeresgruppe „Nord“ mit Deutschland zu unterbrechen, sowie die erfolgreiche Memeler Offensivoperation, durch die rund 500.000 Soldaten der deutschen Streitkräfte in Kurland eingeschlossen wurden. Zudem wird der siebenmonatige Verlauf der Kämpfe bis Mai 1945 dargestellt, ebenso die Verluste der deutschen Truppen, die Zerstörung der Soldatenfriedhöfe in der Nachkriegszeit und die in den 1990er Jahren begonnene Exhumierung der Gefallenen.

Kurland als eigenständiger und isolierter Kriegsschauplatz entstand am 10. Oktober 1944. Die Rote Armee versuchte bereits seit Ende Juli 1944, ihre Erfolge in Belarus auszunutzen, wo innerhalb von weniger als einem Monat die deutsche Heeresgruppe „Mitte“ zerschlagen worden war. Anfang August 1944 nahmen Einheiten des 3. Garde-mechanisierten Korps der sowjetischen Streitkräfte Tukums ein und erreichten Klapkalnciems an der Bucht von Riga, wodurch die Landverbindung zwischen der Heeresgruppe „Nord“ der Wehrmacht und Deutschland unterbrochen wurde.

Der erste Versuch der Roten Armee, diese Verbindung dauerhaft abzuschneiden, blieb jedoch erfolglos, da es deutschen Gegenangriffen gelang, den Landkorridor bei Tukums bereits Ende August 1944 wiederherzustellen.

Der nächste Versuch, die deutschen Truppen einzukesseln, begann am 14. September 1944, als drei Baltische Fronten mit 1.546.000 Soldaten eine Offensive in Richtung Riga starteten. Auch dieser Versuch scheiterte, und die Rote Armee musste ihre Pläne ändern.

Der dritte Versuch, bekannt als „Memeler Offensivoperation“, war nicht nur erfolgreich, sondern wurde zu einem der bedeutendsten Erfolge der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg. Die 5. Garde-Panzerarmee begann ihren Angriff am 5. Oktober und erreichte bereits am Abend des 10. Oktober die Ostseeküste bei Palanga.

Etwa 500.000 Soldaten der deutschen Streitkräfte galten nun als eingeschlossen. Nach Berichten des Stabes der 1. Baltischen Front wäre nur eine geringe zusätzliche Anstrengung erforderlich gewesen, um die gesamte Ostseeküste vollständig zu befreien. Dennoch dauerten die Kämpfe in Kurland weitere sieben Monate an, und Kurland wurde zu einem Symbol für das Ende des Zweiten Weltkriegs.

Während der siebenmonatigen Kämpfe bis Mai 1945 verloren die deutschen Streitkräfte in Kurland insgesamt 154.108 Gefallene, Verwundete und Vermisste. Die genaue Zahl der Gefallenen und Vermissten ist unbekannt, könnte jedoch bis zu 50.000 Soldaten betragen haben. Nach Kriegsende wurden die deutschen Soldatenfriedhöfe von der sowjetischen Macht zerstört. Die Exhumierung der Gefallenen aus den Schlachtfeldern und den zerstörten Friedhöfen begann Anfang der 1990er Jahre.

Erzähler: V.Kuzmins; Diese Geschichte aufegschrieben: J.Kalve

Zugehörige Objekte

Deutscher Soldatenfriedhof Saldus

Der deutsche Soldatenfriedhof Saldus liegt an der Landstraße Saldus-Ezere. Mehr als 27 000 gefallene deutsche Soldaten wurden hierher umgebettet.

Von Mai bis September ist in einem Gedenkraum eine Ausstellung über die sechs großen Kurlandschlachten zugänglich. Am Wochenende sind nach Vereinbarung Führungen möglich. Listen der auf dem Soldatenfriedhof Saldus als auch in ganz Lettland beigesetzten deutschen Soldaten sind hier einsehbar. Die Ausstellung umfasst Fotos, Gegenstände und Erinnerungsstücke, die der Gedenkanlage von Angehörigen der Gefallenen geschenkt wurden.

Die 1997 eingeleitete Erforschung von Kriegsgräbern und Umbettungen von Soldaten ist bis heute nicht abgeschlossen. Die Namen der umgebetteten Soldaten zeigen, dass neben Deutschen und Österreichern auch Letten, Esten, Litauer, Norweger, Dänen und Vertreter anderer Nationalitäten im deutschen Militärdienst standen.