Minensuchboot HMS Gentian Militärtechnik
Die HMS Gentian war eine Sloop der Arabis-Klasse, die zur Unterstützung der baltischen Staaten in ihrem Unabhängigkeitskampf entsandt wurde. Am 15. Juli 1919 lief die HMS Gentian bei Minenräumungsarbeiten in estnischen Gewässern auf eine Mine und sank. Neun Mann Besatzung kamen dabei ums Leben.
Die Schiffe der Flower-Klasse zeichneten sich durch hervorragende Seetüchtigkeit aus und ließen sich dank ihrer guten Manövrierfähigkeit auch bei stürmischer See leicht stabilisieren. Da die Minensucher auch für den Transport eingesetzt werden sollten, wurden sie mit großen Decks und geschlossenen Relingen gebaut. Dies verhinderte, dass sich Wasser auf dem Deck ansammelte. Die einfache Konstruktion der Schiffe der Flower-Klasse ermöglichte einen schnellen Bau – die Werften benötigten in der Regel nur 19 bis 21 Wochen für die Fertigstellung eines Schiffes. Der Minensucher „Gentian“, der zur Arabis-Unterklasse der Flower-Klasse gehörte, lief am 23. Dezember 1915 vom Stapel.
Das Geschwader britischer leichter Kreuzer operierte während des Estnischen Unabhängigkeitskrieges (1918–1920) aktiv in der Ostsee. Es unterstützte die Republik Estland im Kampf gegen Sowjetrussland und kontrollierte die Aktivitäten der deutschen Truppen im Baltikum. Der Großteil des Geschwaders war 1919 in Björko stationiert, wo es die russische Ostseeflotte am Eindringen in den Finnischen Meerbusen hinderte. Ein kleinerer Teil des Geschwaders war permanent in lettischen Häfen stationiert. Ungeachtet des regen Schiffsverkehrs in der Ostsee war diese das am stärksten verminte Seegebiet der Welt. Allein im Ersten Weltkrieg versenkten russische und deutsche Flotten etwa 34.000 Seeminen in estnischen Gewässern. Während des Unabhängigkeitskrieges waren lediglich schmale Fahrrinnen durch die Minenfelder geschleppt worden, sodass die Schifffahrt in estnischen Gewässern nur unter der Führung erfahrener Minenlotsen möglich war. Die britische Flotte wollte die Fahrrinnen von Minen räumen, um den Frachtschiffverkehr zu fördern und ihre eigenen Operationen auszuweiten. Konteradmiral Walter Cowan bestand auf der Entsendung von Minensuchbooten in die Ostsee. Die Admiralität stimmte zu, und die Minensuchboote „Daphne“, „Gentian“, „Godetia“, „Lilac“, „Lupin“ und „Myrtle“ der 1. Minensuchflottille wurden am 10. Juni 1919 in die Ostsee entsandt. Tallinn wurde im Juli 1919 als Basis der Flottille bestimmt. Anschließend erhielten die Minensuchboote den Befehl, die Fahrrinnen westlich der Inseln Saaremaa und Hiiumaa zu räumen. Die Flotte verließ Tallinn am 14. Juli 1919 zu dieser Minenräumoperation.
Das Minensuchboot Gentian verunglückte am 17. Juli 1919 bei einem Minenräumeinsatz in einem deutschen Minenfeld nahe Harilaid.




