Bedauerlicher Vorfall im Kommandozentrum in Oriküla

Laut Raketenstreitkräftemajor Sulev Truuväärt wurde 1967 versehentlich eine Flugabwehrrakete von der Division Oriküla aus gestartet.

Laut Major Sulev Truuväärt von den Raketenstreitkräften wurde 1967 in Oriküla versehentlich eine Rakete von der Division abgefeuert.

„Es war ein reiner Zufall. Die Männer führten Wartungsarbeiten durch und überprüften die Funktionsfähigkeit der Raketenausrüstung. Die Anschlusskabel waren eingefroren, und als ein Testsignal gesendet wurde, verwechselte es dieses mit einem Kriegssignal, wodurch die Raketentriebwerke gezündet wurden. Da die Rakete parallel zum Boden ausgerichtet war, prallte sie vom Damm ab und flog in den Wald, wo sie landete.“ Glücklicherweise war die Fluggeschwindigkeit der Rakete zu gering, um zu detonieren. Der auf dem Boden liegende Sprengkopf wurde mit Erde umhüllt und gezündet. Alle Offiziere wurden entlassen, und die Division wurde kurz darauf aufgelöst.

Erzähler: Sergo Selder
Verwendete Quellen und Referenzen:

Oma Saar Sergo Selder Ein Spaziergang in Dejevo mit dem ehemaligen Offizier Sulev Truuväärt 26.07.2008

Zugehörige Objekte

Kommandozentrale und Raketenbasis Oriküla

Dieses Kommandozentrum und dieser Raketenstützpunkt befinden sich im Dorf Karida in der ehemaligen Gemeinde Kärla, 13 km von Kuressaare entfernt.

Es handelte sich um das Kommandozentrum der 210. Rotbanner-Raketenbrigade „Zenith“ mit Hauptsitz in der Aia-Straße in Kuressaare. 1964 wurde die Raketendivision auf das Gelände des ehemaligen Gutshofs Oriküla verlegt. Ein unglücklicher Zwischenfall, bei dem eine Rakete ohne Genehmigung von der Basis aus gestartet wurde, führte zu deren Auflösung. Der Bau des Kommandozentrums begann 1976 unter der Leitung des örtlichen Majors Sulev Truuväärt. Es sollte das neue 508. Funktechnische Zentrum werden. Im Kriegsfall wären von dort aus alle Raketendivisionen auf Saaremaa und Muhu sowie einige um Pärnu stationierte Einheiten geführt worden. Der Komplex umfasste auch eine Radarstation.

Heute sind noch das Betongebäude der Kommandozentrale, Garagen, der Hügel, auf dem die Radarstation stand, die Ruinen der Kaserne und viele weitere Gebäude unbekannter Funktion erhalten. Das eingezäunte Gelände wird für Rallyesport genutzt. Seien Sie daher dort vorsichtig!