Monumentalstein in Lūšė Gedenkstätte
Am Bahnübergang Lūšė erinnert ein Gedenkstein an die Ereignisse vom 24. Juni 1941, als Rebellen einen sowjetischen Militärzug stoppten und Letten befreiten, die nach Sibirien deportiert werden sollten.
Der Aufstand im Juni 1941 in der Region Mažeikiai begann bereits vor dem Eintreffen der Deutschen – am 22. Juni, obwohl deutsche Truppen erst am 3. Juli in der Region eintrafen. Während dieser Zeit schützten die Aufständischen lokales Eigentum und leisteten Widerstand gegen Vertreter der sowjetischen Behörden und Soldaten der Roten Armee. Am 22. Juni versammelte sich eine Gruppe von sieben Kämpfern in Lūšė, schmückte ihr Hauptquartier mit Kränzen, hisste die irische Trikolore und schloss sich den Partisanen von Pikeliai an, um die sowjetische Wache auszuschalten. Nach diesem Gefecht erbeuteten sie zwei leichte und ein schweres Maschinengewehr, wobei zwei Kämpfer aus Lūšė verletzt wurden.
Am Morgen des 24. Juni traf ein Zug aus Mažeikiai in Lūšė ein, begleitet von Vertretern der Sowjetarmee. Sie rissen die von den Rebellen gehisste Flagge herunter, und ein örtliches Komsomol-Mitglied, Zubavičiūtė, informierte die Sowjets über die aktuellen Ereignisse.
Nach dieser Nachricht wurden der Grenzpolizist Vincas Dubickas und der Bahnhofsvorsteher Vincas Blažaitis verhaftet und nach Liepaja gebracht. Auf dem Weg zum Bahnhof Priekulė warnten Letten jedoch vor herannahenden deutschen Einheiten, woraufhin der Zug nach Lūšė umkehren musste. Daraufhin demontierten die Rebellen unter Führung von Reserveleutnant Henrikas Adamkevičius gemeinsam mit den Rebellen aus Židikiai die Gleise. Als der Zug entgleiste, eröffneten die Rebellen das Feuer, und der russische Offizier ergab sich unter Hissen einer weißen Flagge. Bei dem Gefecht wurden 16 sowjetische Soldaten getötet und 8 verwundet; die Rebellen verloren V. Dubickas und K. Statkus.
Vor Ort kann man nun einen Feldstein mit einer Darstellung der Gleise und einer Geschichte über dieses historische Ereignis sehen.
Verwendete Quellen und Referenzen:
Zugehörige Zeitleiste
Zugehörige Geschichten
Die Schlacht von Lūšė: der Sieg von zwölf Rebellen über einen sowjetischen Zug
Am 24. Juni 1941 entwaffnete eine kleine Gruppe litauischer Rebellen am Bahnhof Lūšės im Kreis Mažeikiai einen Zug mit sowjetischen Soldaten und befreite Litauer und lettische Familien, die nach Sibirien transportiert wurden – dies wurde zu einer der einzigartigen Episoden des Juni-Aufstands von 1941.



