Bastion der Seefestung Peter I. oder Muula-Hügel
Befestigungsanlage

Foto: Juris Smaļinskis
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 Harju rajons, Paldiski, Estland, Harjumaa
Estnische Flagge

Die Militärgeschichte von Paldiskai begann zu Beginn des 18. Jahrhunderts, als der russische Zar Peter I. die Bucht der Halbinsel Pakri als Standort für einen neuen Militärhafen auswählte. Die Bucht war strategisch günstig gelegen – sie war eine der Ostseebuchten, die im Winter später zufroren als viele andere Häfen. Peter I. plante, hier einen bedeutenden russischen Marinestützpunkt und einen geschützten Hafen zu errichten. 1718 begannen die Bauarbeiten am Hafen und der Seefestung.

Die Festung wurde nach den Prinzipien der niederländischen Bastionsbauweise errichtet. In die hohe Kalksteinklippe wurden Gräben gehauen, und aus dem Aushub entstanden Wehrwälle. Die geplante Festung besaß fünf Bastionen und verfügte 1790 bereits über mehr als 40 Kanonen. Peter I. plante außerdem einen steinernen Pier zur Insel Väike-Pakri. Das grandiose Projekt führte zum Bau eines etwa 380 Meter langen und zwei Meter hohen Pierabschnitts, dessen Überreste noch heute im Meer nahe der Muula-Hügel zu sehen sind.

Die Festung wurde jedoch nicht in ihrer ursprünglichen Größe fertiggestellt. Paldiski entwickelte sich zu einem russischen Militärhafen, und die strategische Bedeutung der Stadt blieb in den folgenden Jahrhunderten bestehen.

Die Muula-Hügel sind die erhaltenen Überreste der Bastionen und Wehrwälle dieser Festung Peters I. Sie gehören zu den seltenen Denkmälern militärischer Bauwerke aus der Zeit Peters I. in Paldisko.

Sowjetisches Erbe

Die Geschichte des Muula-Gebirges endet nicht mit der Zeit des Russischen Reiches. Paldiski wurde im 20. Jahrhundert erneut zu einem wichtigen Militärstützpunkt. Während der Sowjetzeit war die Stadt eine geschlossene Militärzone mit stark eingeschränktem Zugang für Zivilisten. Diese Periode hinterließ eine weitere Schicht sowjetischer Militärgeschichte in der Stadt und auf der Halbinsel Pakri.

Die Peter-I.-Festung selbst erfuhr während der Sowjetzeit ebenfalls Veränderungen. 1939/40 wurde im Festungsgraben ein Öllager errichtet und eine Eisenbahnlinie bis zur Festung verlängert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kies von den alten Erdwällen für Bauarbeiten und Straßen abgetragen, wodurch ein Teil der historischen Befestigungsanlagen zerstört wurde.

Daher sind die Muula-Berge heute ein besonders interessantes militärhistorisches Gebiet, in dem drei verschiedene Geschichtsschichten an einem Ort aufeinandertreffen – der militärische Aufbau des Russischen Reiches Peters I., die Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts und das Erbe der geschlossenen Militärstadt Paldiska aus der Sowjetzeit.