Ehemaliges Ausbildungszentrum für Atom-U-Boote und Atomreaktor
Infrastruktur
Geheimer sowjetischer Marine-Ausbildungsstützpunkt
Der Kernreaktor in Paldiski war ein geheimer Ausbildungsstützpunkt der sowjetischen Marine, auf dem U-Boot-Besatzungen den Betrieb von Kernreaktoren unter möglichst realistischen Bedingungen erlernten. Er befand sich in einer abgeschlossenen Militärstadt und spiegelte die technologischen Ambitionen und die militärische Rivalität der Ära des Kalten Krieges wider.
Für Schulungszwecke, nicht zur Stromerzeugung
Der Komplex beherbergte zwei vollwertige Kernreaktoren, ähnlich denen, die in Atom-U-Booten eingesetzt werden. Sie wurden nie zur Stromerzeugung genutzt – ihr einziger Zweck war die Ausbildung von Marinespezialisten für den Dienst auf Atom-U-Booten.
Heute – ein Erbe des Kalten Krieges
Die erhaltenen Reaktorgebäude bilden ein einzigartiges Erbe des Kalten Krieges, das die Geschichte militärischer Technologie, Geheimhaltung und der Veränderungen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erzählt.
Chronologie
Anfang der 1960er Jahre – Die UdSSR beginnt am Stadtrand von Paldiski mit dem Bau eines geheimen Ausbildungszentrums für Atom-U-Boot-Besatzungen.
1968 – Der erste Ausbildungsreaktor wird in Betrieb genommen.
1983 – Der zweite, leistungsstärkste Reaktor wird in Betrieb genommen.
1989 – Nach fast 20 Jahren Betrieb werden beide Reaktoren abgeschaltet.
1994–1995 – Der nukleare Brennstoff wird entfernt, die Anlage wird demontiert und nach Estland überführt.





