Holocaust-Gedenkstätte im Vėžaitinė-Wald
Gedenkstätte
Die Gedenkstätte ist den Opfern des Massakers von Gargždai an Frauen und Kindern gewidmet. Das genaue Datum des Massakers ist unbekannt, es könnte jedoch im August oder September 1941 stattgefunden haben. Jüdische Frauen und Kinder wurden am 23. Juni 1941 zusammen mit den Männern verhaftet. Die Verhaftung erfolgte durch Gestapo-Beamte des Grenzpolizeikommissariats Klaipėda unter der Leitung von Dr. Erich Frohwann. Die Gefangenen wurden in einer Scheune am Ufer des Flusses Minija (östlich von Gargždai) festgehalten. Insgesamt wurden dort etwa 250 bis 300 Juden untergebracht und einige Zeit inhaftiert.
Anfang September 1941 wurden junge, arbeitsfähige Frauen aus dem Ghetto abgeführt, angeblich zur Deportation nach Plungė, wo sie Zwangsarbeit leisten sollten. Augenzeugen zufolge brachten Polizisten und Männer in weißen Roben auf Befehl der deutschen Behörden etwa 100 der Verhafteten in Karren in den Wald von Vėžaitinė (etwa 11 km von Gargždai entfernt). Dort wurden zwei Gruben ausgehoben. Ildefonsas Lukauskas leitete die Erschießung. Vorher befahl er den Frauen, ihre Oberbekleidung abzulegen. Anschließend wurden die jüdischen Frauen in Gruppen (jeweils 8–10) zu den Gruben geführt und erschossen. Nach dem Massaker vergruben die Täter die Gruben selbst und kehrten, nachdem sie die Kleidung der Opfer eingepackt hatten, nach Gargždai zurück.
Verwendete Quellen und Referenzen:
Litauischer Holocaust-Atlas, http://holocaustatlas.lt/LT/#a_atlas/search//page/1/item/171



