Der erste Bahnhof Lettlands in Kārsava und das Dorf Bozova
Infrastruktur

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Vecākais vilcienu depo. Foto: Didzis Grodzs.
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 Kārsavas stacija, Malnavas pagasts, Ludzas novads, Lettland
 +371 29327265
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Im Jahr 1860, während des Baus der strategisch wichtigen Eisenbahnlinie St. Petersburg–Warschau für das Russische Reich, wurde der Bahnhof Kārsava errichtet. Um ihn herum entstand ein Dorf, in dem einzelne Gebäude bis heute erhalten geblieben sind – ein Phänomen, das in Lettland einzigartig ist. Der Bahnhof Bozova in Kārsava blickt heute auf eine reiche und lange Geschichte zurück.

Mit der Eröffnung der Bahnstrecke St. Petersburg–Warschau im Jahr 1861 mit den Bahnhöfen Korsovka (heute Bozova), Ivanovka (Mežvidi), Režitsa (Rēzekne), Antonopolė (Malta), Rušona, Viški und Dvinsk (Daugavpils) erwachte die Region Latgale nach Jahrhunderten der Stagnation und erlebte in den folgenden Jahrzehnten eine beispiellose wirtschaftliche Entwicklung. Entlang der Bahnstrecke entstanden Siedlungen, und die Bevölkerung wuchs rasant, sowohl durch Zuwanderung als auch durch Geburtenzuwachs.

1919 hieß der Bahnhof offiziell Korsova, 1921 wurde er in Kārsava umbenannt. Das Bahnhofsgebäude von Kārsava ist vermutlich das älteste Bahnhofsgebäude Lettlands, hat aber durch zahlreiche Renovierungen einen Großteil seiner ursprünglichen Dekoration verloren und ähnelt kaum noch einem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert.

Am 10. Januar 1920, während der Kämpfe um die Befreiung Latgales, wurde der Bahnhof Kārsava erobert und damit der feindliche Verkehr nach Pskow abgeschnitten. Am 11. Januar folgte die Einnahme der Stadt Kārsava. Die Monatszeitschrift „Aizzargs“ berichtete, dass das 1. Bataillon des Partisanenregiments Latgale in den Bahnhof Kārsava eingedrungen war, die Eisenbahnlinie und reiche Kriegsbeute – 110 Waggons, vier Lokomotiven, einen Panzer, vier Telegrafenmaschinen usw. – erbeutet hatte.

Während der sowjetischen Besatzung entwickelten sich an Bahnhöfen neben dem direkten Bahnverkehr weitere Dienstleistungen. Neben Telefon, Telegraf, Post, Markt und Viehmarkt gab es oft auch Läden sowie verschiedene Zeitungs- und Obststände. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich Bahnhöfe weiterhin zu Umschlagplätzen für Waren und Güter.

Eine Führung kann im Kulturhistorischen Zentrum „Līču mājas“ in Kārsava gebucht werden.

Verwendete Quellen und Referenzen:

1. lsm.lv/rakst/dzive--stils/vesture/karsava-novada-ekspedicija-apzina-bozovas-ciema-vesturisko-mantojumu.a317489/

2. Buch (Ausgabe) „Kārsava Stories“. Verlag „Creative Museum“.