Festung VIII der Festung von Kaunas
Befestigungsanlage

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Foto des Kaunas-Festungsparks, öffentliche Einrichtung
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 Pryšmančių g. 2C, Kaunas, Litauen
 +370 37 309350
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Fort VIII in Milikonys, Kaunas, wurde 1889–1890 nach einem neuen experimentellen Projekt von S. Glinka-Jančevski erbaut und ist das einzige Fort dieser Art im gesamten ehemaligen Russischen Reich.

Die Festung hat die Form eines regelmäßigen Fünfecks mit einer dominanten Querachse. Auf dieser Querachse befinden sich eine Pforte, ein Pulver- und Munitionsdepot sowie eine Betonkaponier. Von der zentralen Pforte zweigen seitliche Pforten ab, die zum Verteidigungsgraben führen – sie bilden die Ausgänge zu den Innenhöfen. Dahinter, vor dem Verteidigungsgraben, befinden sich zwei Kasernengebäude. Der Kasemattenbereich ist ein gewölbter, unterirdischer, tunnelartiger Raum, der die zentrale Pforte quert. Um den Verteidigungsgraben herum befinden sich kreisförmige Feuerstellungen mit einem Eingangskorridor aus Stein und Beton.

Diese Festung war die erste, die mit Elektrizität ausgestattet wurde: In einer der inneren Kasematten wurden ein ölbetriebener Motor und ein Generator zur Stromerzeugung installiert. In der Betonkaponier wurde eine elektrisch betriebene Belüftungsanlage eingebaut. Der einzige Verteidigungsgraben in Kaunas befand sich an der Außenseite der linken Flanke der Befestigungsanlagen; Wasser aus dem Nemunas floss durch eine Schleuse in diesen Graben.

Fort VIII bildete mit den Befestigungsanlagen von Linkuva eine geschlossene Verteidigungslinie. Es spielte im Ersten Weltkrieg nur zeitweise eine Rolle. In Fort VIII befand sich eine Reserve von über 500 Soldaten, die später in der Verteidigungslinie von Fort III zum Einsatz kamen. Beim Rückzug sprengten die Verteidiger das zentrale Pulver- und Munitionsdepot, das daraufhin überflutet wurde.

In der Zwischenkriegszeit siedelten sich aufgrund des Mangels an Wohnraum in der Festung ärmere Bewohner in den Kasernen an.

Während der Sowjetzeit beherbergten einige der Gebäude die Gemüsevorräte der sowjetischen Armee.

Das Gelände um die Festung wird derzeit rege von den Anwohnern genutzt, die hier Gärten angelegt haben. Es finden hier auch Workshops zu Landkunst und kreativem Gestalten mit lokalen und ausländischen Künstlern statt.