Festung III der Festung von Kaunas
Befestigungsanlage
Erbaut in der Stadt Kaunas, Stadtteil Seniava, in den Jahren 1882–1889, rekonstruiert im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Die Festung hat die Form eines regelmäßigen, langgestreckten Sechsecks und ist symmetrisch angelegt. Im hinteren Teil befinden sich Kasernen. Auf dem Wehrwall waren Artillerie- und Infanteriestellungen untergebracht. Munitionsdepots befanden sich in den Kasematten unterhalb des Wehrwalls. Die Kasernen und die inneren Höfe der Festung sind durch einen äußeren Graben mittels unterirdischer Tunnel – sogenannter Tore – miteinander verbunden. Kaponnieren und Halbkaponieren dienten der Flankensicherung des Grabens. Der äußere Wehrgraben ist von einer gewölbten Konterskarupmauer aus roten Ziegeln umgeben.
Während des Wiederaufbaus des Forts wurde der größte Teil der auf den Wällen stehenden Artillerie vom Fort zu den nahegelegenen Batterien verlegt, ein tieferer und dickerer Wall wurde errichtet, oberhalb der Kasernen wurden Zwischenkaponiergeschütze aus Beton gebaut, um die Lücken zwischen den Forts beschießen zu können, die Kaponiergeschütze und Halbkaponiergeschütze wurden mit Sand und Beton verstärkt, und es wurden weitere Verstärkungen vorgenommen.
Während des Ersten Weltkriegs, Anfang August 1915, wurde Fort III beim Angriff auf die Festung Kaunas von schwerer deutscher Artillerie schwer beschossen und verteidigte sich erbittert gegen die deutsche Infanterie. Nach zehn Tagen heftiger Kämpfe gehörte die Besatzung von Fort III am 16. August 1915 zu den letzten, die sich aus dem angegriffenen Abschnitt I zurückzogen. Auf dem Gelände der Festung finden sich Spuren von Treffern der 305-mm- und 420-mm-Granaten, zerstörte Gebäude und Granattrichter.
Nach dem Ersten Weltkrieg entstand aufgrund von Wohnraummangel in den Gebäuden von Fort III eine Siedlung mit günstigen Wohnungen. Während des Zweiten Weltkriegs nutzte die deutsche Wehrmacht das Gelände als Lebensmittellager. Nach dem Krieg errichteten sowjetische Einheiten dort Munitionsdepots, die bis 1985 in Betrieb waren. Das Gelände war mit Stacheldraht umzäunt und wurde von bewaffneten Wachen bewacht. Später wurde das Fort aufgegeben, und Geschäftsleute ließen sich auf einem Teil des Geländes nieder.
Das Fort ist heute stark urbanisiert: Es befinden sich Wohngebiete in der Umgebung, und ein Teil des Geländes wurde privatisiert. Dank des Engagements der lokalen Bevölkerung zählt es heute zu den am besten erhaltenen und meistgenutzten Anlagen der Festung Kaunas. Es wurde renoviert und den Bedürfnissen der Öffentlichkeit angepasst. Außerhalb der Wintermonate finden im Fort verschiedene, von der lokalen Bevölkerung initiierte Veranstaltungen statt. Dort kann man eine Dauerausstellung litauischer Armeeuniformen besichtigen und an Führungen teilnehmen. Das Fortgelände ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.