Festung II der Festung von Kaunas
Befestigungsanlage

Kauno-tvirtoves-II-fortas.jpg
Foto des Kaunas-Festungsparks, öffentliche Einrichtung
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 Pilviškių g. 24, Kaunas, Litauen
 +370 37 309350
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Fort II der Festung Kaunas, gelegen in Julijanava in der Stadt Kaunas, wurde in den Jahren 1882–1889 erbaut und im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wiederaufgebaut.

Die Festung hat die Form eines regelmäßigen, langgestreckten Sechsecks und ist streng symmetrisch angelegt. Im hinteren Teil befinden sich Kasernen. Auf dem Wehrwall waren Artillerie- und Infanteriestellungen untergebracht. Munitionsdepots befanden sich in den Kasematten unterhalb des Wehrwalls. Die Kasernen und die inneren Höfe der Festung sind durch einen äußeren Graben mittels unterirdischer Tunnel – sogenannter Pförtner – miteinander verbunden. Kaponnieren und Halbkaponieren dienten der Flankensicherung des Grabens. Der äußere Wehrgraben ist von einer gewölbten Konterskarupmauer aus roten Ziegeln umgeben. Im Zuge der Rekonstruktion der Festung wurden funktionale Betonkonstruktionen errichtet.

Während des Ersten Weltkriegs, beim Angriff auf die Festung Kaunas, verteidigte sich Fort II erbittert gegen die deutsche Wehrmacht. Die Festung wurde intensiv von deutscher Artillerie beschossen – Spuren von Treffern der Spezialkanone „Große Bertha“ sind auf dem Festungsgelände noch heute sichtbar; mehrere Granaten trafen die Festungsküche, die Offizierskasine und weitere Gebäude. Die Besatzung von Fort II ergab sich während des Angriffs nicht kampflos und zog sich erst zurück, als ihre Reihen vollständig dezimiert und ihre Munition aufgebraucht war. Die Besatzung von Fort II bestand größtenteils aus einheimischen Litauern, die kurz vor dem Angriff der deutschen Wehrmacht eilig zusammengezogen worden waren. Diese Festung wurde im Ersten Weltkrieg am schwersten beschädigt.

Nach dem Ersten Weltkrieg siedelte sich aufgrund von Wohnraummangel eine Kolonie billiger Arbeiter in den Gebäuden von Fort II an. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Fort durch die Bombardierung des Flugplatzes Aleksotas leicht beschädigt. Während der Sowjetzeit beherbergte es Munitions- und Gemüselager der Armee. Später verfiel das Fort und wurde nicht mehr genutzt.

Das Gelände der Festung ist heute stark urbanisiert. Die Siedlungen Julijanava und Kazliškės liegen in ihrer Umgebung. Der fünfeckige Grundriss der Festung diente sogar als Vorlage für das Straßennetz. Das Gelände von Festung II wird für Besucher erschlossen; Besucherwege und -stände werden angelegt. Die Festung selbst wird nicht sehr aktiv genutzt – es gibt Informationsstände, Führungen und Vorträge; sie ist ein lohnendes Ziel bei Wanderungen.