Festung I der Festung von Kaunas Befestigungsanlage

Kauno-tvirtoves-I-fortas.jpg
Foto des Kaunas-Festungsparks, öffentliche Einrichtung
Loading...
 Šiltnamių g., Kazliškiai, Kauno r., Litauen
 +370 37 309350

Fort I der Festung Kaunas, gelegen im Ältestenbezirk Ringaudai in der Stadt Kaunas, wurde in den Jahren 1882–1889 erbaut und im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wiederaufgebaut.

Die Festung hat die Form eines regelmäßigen, langgestreckten Sechsecks, eine streng symmetrische Struktur, die einem typischen Entwurf nahekommt. Im hinteren Teil befinden sich Kasernen. Auf dem Wehrwall waren Artillerie- und Infanteriestellungen eingerichtet. Munitionsdepots waren in den Kasematten unterhalb des Wehrwalls untergebracht. Die Kasernen und die inneren Höfe der Festung sind durch einen äußeren Graben mittels unterirdischer Tunnel – sogenannter Poternas – miteinander verbunden. Kaponnieren und Halbkaponieren dienten der Flankenverteidigung des Grabens. Der äußere Wehrgraben ist von einer gewölbten Konterskarupmauer aus roten Ziegeln umgeben.

Während des Wiederaufbaus der Festung wurden Betonkonstruktionen errichtet – über den Kasernen wurden Zwischenkaponiere gebaut, um die Lücken zwischen den Festungen zu beschießen, es wurden Schutzbunker gegen Angriffe, Munitionsdepots und Eingänge zu den Halbkaponieren mit doppelten Betonwänden versehen, ein Teil der Kontereskarpmauer wurde mit Beton verstärkt und weitere Verstärkungen wurden vorgenommen.

Während des Ersten Weltkriegs, beim Angriff auf die Festung Kaunas, verteidigte sich Fort I erbittert gegen die deutsche Armee. Die Festung wurde von der deutschen Artillerie heftig beschossen. Großkalibrige Granaten zerstörten die linke halbe Kaponeriepforte, einen Teil der zentralen Pforte und die Kaponerie, trafen das linke Pulvermagazin, durchschlugen die Decken des rechten Pulvermagazins und das Gewölbe der Kasematte des linken Kasernenflügels. Man geht davon aus, dass Fort I von bis zu sieben Granaten der „Großen Bertha“ getroffen wurde und dadurch den größten Schaden erlitt.

In der Zwischenkriegszeit siedelten sich aufgrund von Wohnraummangel verarmte Menschen auf dem Gelände der Festung an. Von 1938 bis 1940 wurde im linken hinteren Munitionsdepot eine Gaskammer zur Vollstreckung von Todesurteilen eingerichtet. Während der Sowjetzeit gehörte Fort I zur Kaunaser Flugabwehrbrigade des Baltischen Bezirks. Hier wurden die C-125-Raketen technisch gewartet.

Fort I wird derzeit renoviert: Es werden Führungen angeboten und verschiedene Veranstaltungen organisiert. In der Nähe befindet sich das beeindruckend schöne Tal des Flusses Marvelė mit seinen Kaskaden. Zum Schutz der Fledermauspopulation ist der Besuch aller Festungsverliese vom 1. Oktober bis zum 1. Mai untersagt.